Das Problem: Infektiöse Aerosole im Sanitärbereich


 Infektiöse Aerosole aus Geruchsverschlüssen


Geruchsverschlüsse unter Waschbecken im Klinikbereich enthalten durchschnittlich 106 - 1010 KBE/ml Bakterien, davon ca. 103 bis 105 KBE/ml gramnegative Stäbchen (sehr häufig Vertreter der Wasserkeim-Gattungen Pseudomonas, Klebsiella, Acinetobacter, Stenotrophomonas etc.)(DÖRING et al. 1989, 1991).



Schematische Darstellung - Siphon

Während des Ablaufens von Wasser in den Geruchsverschluss entstehen Aerosole. Diese enthalten all die Bakterienarten, die sich im Innern des Siphons befinden. Diese Keime werden mit dem zwangsläufig entstehenden Aerosol in die umgebende Raumluft freigesetzt. Deshalb stellen Geruchsverschlüsse offene, emissionsaktive Erregerreservoire dar. Je höher die mikrobielle Belastung des Geruchsverschlusses ist, desto mehr Erreger werden mit dem Aerosol in die Raumluft emittiert und gelangen somit an die Hände des Pflegepersonals und damit auch auf den Patienten (DÖRING et al. 1989 und 1991; SISSOKO et al. 2005).

KRAMER und Mitarbeiter haben im Universitätsklinikum Greifswald nachgewiesen, dass Geruchsverschlüsse unter Waschbecken aktiv emittierende Quellen für die nosokomiale Besiedlung von Patienten mit pathogenen Keimen darstellen und durch kontinuierliche Desinfektion als Emissionsquellen ausgeschaltet werden können (KRAMER et al. 2005; SISSOKO et al. 2005).

SISSOKO und Mitarbeiter zeigten, dass durch die kontinuierliche physikalische Desinfektion von Geruchsverschlüssen auch nosokomiale Wasserkeim-Infektionen erfolgreich vermieden werden können (SISSOKO et al. 2004 und 2005).




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