Fallbericht Interdisziplinäre ITS

Fallbericht Nr. 1

Infektionsreservoire Geruchsverschluss: Effiziente Prävention nosokomialer Infektionen auf einer interdisziplinären Intensivstation

B. Sissoko, und R. Sütterlin
Oberlausitz - Kliniken gGmbH, Krankenhaus Bischofswerda
Zusammenfassung eines Vortrages auf dem 7.Internationalen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene DGKH, Berlin, Mai 2004

Im August 2002 wurden auf der interdisziplinären Intensivstation der Oberlausitz-Kliniken gGmbH im Krankenhaus Bischofswerda alle herkömmlichen Geruchsverschlüsse durch Desinfektionsgeräte für Geruchsverschlüsse („Selbstdesinfizierende Hygiene – Geruchsverschlüsse BIOREC“) ersetzt. Die seit 2001 auf der Station durchgeführte Erhebung nosokomialer Infektionen und der Erregernachweise am Patienten (Erregerstatistik) wurde weitergeführt, so dass ein direkter Vergleich der Kolonisierung und der Inzidenzen nosokomialer Infektionen möglich war.

Der Austausch der üblichen Standard - Geruchsverschlüsse gegen den selbstdesinfizierenden Geruchsverschluss hatte einen unerwartet starken Rückgang von Patienten - Kolonisierung und nosokomialen Infektionen zur Folge: Die Inzidenzraten nosokomialer Infektionen wurden durch Anwendung der Testgeräte reduziert. Damit wurde erstmals der direkte Nachweis, dass Geruchsverschlüsse ein offenes Keimreservoire mit hohem Infektionspotential darstellen, erbracht.
Während der bisher 26 Test - Monate ist eine hygienische Relevanz des Geruchsverschlusses für das Auftreten nosokomialer Infektionen auf einer interdisziplinären Intensivstation sichtbar geworden.

Das Thema hat eine wirtschaftliche Dimension: Mit der wirkungsvollen Prävention nosokomialer Infektionen geht eine Senkung des Antibiotika – Verbrauches einher. Diese Einsparung betrug auf der untersuchten Station in vergleichbaren Zeiträumen ca. 30%. Die Verminderung der Anzahl der nosokomialen Infektionen in einem vergleichbaren Zeitraum von 20 auf 3 Infektionen hatte eine Reduzierung der durchschnittlichen Verweildauer der Patienten auf der interdisziplinären Intensivstation von ca. 15% zur Folge.


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